Routenplaner auf Openstreetmap-Basis

Openstreetmap Test

Mein auf Openstreetmap basierender Routenplaner berechnet mögliche Wege zwischen Start und Ziel anhand der Bewertung der Straßeneignung für verschiedene Verkehrsarten. Damit ist er für verschiedene Anwendungen wie Wandern, Radfahren oder Autofahren geeignet.

Der User kann in Echtzeit die Kriterien ändern. Er gibt per Schieberegler an, welche Wegeeigenschaft ihm am wichtigsten ist.

Noch ein Routenplaner?

Die Vielfalt der im Netz befindlichen Routenplaner ist groß, und alle von ihnen verrichten ihre Arbeit gut. Warum also noch ein Routenplaner?

Ich bin leidenschaftlicher Radfahrer - und damit Teil einer äußerst inhomogenen Gruppe. Der meistgenutzte Ansatz, einen Routenplaner mit festgelegten Parametern für die gesamte Gruppe anzubieten, überzeugt oft nicht. Der eine verlässt sich auf Radwege, der andere auf Nebenstraßen, der nächste will kurze Wege, aber nicht über deren Beschaffenheit nachdenken. Jede dieser drei Gruppen würde eine vollständig andere Route auf dem Weg von A nach B wählen.

In meinem Routenplaner können die Nutzergruppen ich mittels Schieberegler wählen, was ihnen wichtig ist:

- Will ich Radwege oder lieber nicht?

- Will ich Fahrradstreifen oder lieber nicht?

- Will ich eine Route eher auf dem Haupt- oder Nebenstraßennetz erhalten und wie sieht es mit den Oberflächen - z.B. Kopfsteinpflaster - aus?

Ähnliche Kriterien können für beliebige Gruppen festgelegt werden.

Nutzereinstellungen

Kartengrundlage: Openstreetmap-Daten

Mittels Schieberegler kann im Falle einer Fahrrad-Routenplanung unter anderem ausgewählt werden, welche Straßen bevorzugt und welche benachteiligt werden sollen. Im Bild liegt der Fokus auf Nebenstraßen und Wirtschaftswegen, während Bundes-, Landes- oder Hauptstraßen eher nicht verwendet werden sollen. Vollkommen unterschiedliche Radfahrer-Typen bekommen sehr unterschiedliche Routen unter Verwendung desselben Routenplaners.

Ansatz

Der Ansatz meines Routenplaners ist vom Internet Protocol (IP) inspiriert. Kreuzungen sind hierbei Knotenpunkte, zwischen diesen befinden sich Straßen und Wege.

Jeder mögliche Weg wird bewertet: Jede Eigenschaft des Weges (z.B. Straßentyp, Oberfläche) bekommt einen vom User einstellbaren Wert, wobei "1" neutral ist, Werte zwischen "0" und "1" sehr gut sind und Werte über "1" schlecht. Die Länge des Weges wird mit diesem Wert multipliziert. Zwei parallele, gleich lange Straßen mit unterschiedlichen Eigenschaften erhalten dadurch unterschiedliche Pseudo-Längen.


Vom Startpunkt wird in alle Richtungen ausgeschwärmt. Dabei werden viele Knotenpunkte erreicht und der Routenplaner merkt sich die Summe der Pseudo-Strecken zu jedem Knotenpunkt. Diese setzt er ins Verhältnis zur zurückgelegten Luftlinienentfernung und der Entfernung bis zum Ziel. In jedem weiteren Schritt wird von den Punkten mit den besten Erfolgsaussichten weiter ausgeschwärmt, bis schließlich das Zielt erreicht wird.

Kartengrundlage: Openstreetmap-Daten

Das Bild zeigt das Ausschwärmen vom Startpunkt aus, links im Bild. Verschiedene Knotenpunkte (rot) werden ausprobiert, nicht alle weiter verfolgt, letztendlich ist die rosafarbene Linie diejenige mit der kürzesten Pseudo-Strecke,

Stärken und Schwächen

Openstreetmap lebt von der kontinuierlichen Eingabe von Daten durch Millionen User. Dies führt mittlerweile zu einer sehr hohen Genauigkeit, neben den obligatorischen Straßen sind die meisten Wald- und Feldwege ebenso zu finden wie Sehenswürdigkeiten oder manchmal auch einfach eine Sitzbank im Wald. Baustellen, neue Verkehrszeichen oder Änderungen an Straßen werden oft innerhalb von Stunden übermittelt.

Leider ist nicht in jeder Straße jede Wegeeigenschaft eingetragen, so dass manchmal ein Kopfsteinpflaster fehlt. Auch unterschiedliche Eingabekonzepte (z.B Radweg als Teil einer Straße oder eigenständig gezeichnet) können zu Routen führen, die nicht optimal sind.

Die Informationsdichte von Openstreetmap hat sich im Laufe der Zeit immer gesteigert, mit ihr werden die Routen immer mehr Feinschliff erhalten.

Weiteres

Der Routenplaner für Radfahrer, Fußgänger und Autos ist in einer Beta-Version auf https://www.rad-routen.de zu erreichen. Er wird kontinuierlich weiterentwickelt.

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